Distance learning hört sich im ersten Moment einfach an als es tatsächlich ist. Wir haben uns dieser Herausforderung angenommen um dich in diesen herausforderneden Zeite optimal zu unterstützten. Vor- und Nachteile die einzelnen Möglichkeiten mit sich bringen.

“Bin ich froh, wenn die Schule wieder los geht!”

Da sind sich fast alle Betroffenen einig. Sowohl Lehrer, Eltern als auch Kinder ersehnen sich sehnlich die Schulöffnung herbei. Doch was macht die aktuelle Situation so schwierig? Wir schreiben das Jahr 2020 und es scheint ein außergewöhnliches Jahr zu sein. Die COVID-19-Pandemie hat uns fest im Griff und verändert unsere aktuelle Lebenssituation gänzlich.

Nicht nur das private Leben oder das Berufsleben ist maßgeblich davon betroffen, wir dürfen hier gerade die jüngsten unserer Gesellschaft nicht vergessen. Seit Wochen meistern sie mit ihren Eltern zu Hause den häuslichen Unterricht. Doch was macht es so schwierig? Wie können wir das (online) Lernen zu Hause erfolgreich unterstützen und erfolgreich gestalten?

Traditioneller Kontakt

Im regulären Schulalltag verwenden viele Schulen noch traditionelle Möglichkeiten mit Eltern in den Kontakt zu treten. Im Alltag ist dies auch durchwegs praktikabel, doch momentan ist es nicht möglich, einem Kind das Elternmitteilungsheft mitzugeben.  In dringenden Situationen ist ein kurzer Anruf bei den Familien eine gute Möglichkeit, schnell Informationen einholen zu können, aber auch das ist momentan relativ Schwierig. Noch dazu, wenn sprachliche Schwierigkeiten die Gesamtsituation erschweren. Doch unabhängig von Corona, kann es auch im regulären Schulalltag immer wieder zu Problemen kommen, in denen es schwer fällt Kontakt zu Eltern aufzubauen oder zu halten. Diese Erfahrung wirst du wahrscheinlich schon oft genug gemacht haben.

Die aktuelle Situation veranlasst uns über den Tellerrand zu schauen und zwingt uns, dass wir uns neu orientieren und neue Möglichkeiten der Kontaktaufnahme in unseren Lehrer*innenalltag integrieren. Viele Lehrer*innen zeigen sich durchwegs bereit, Online Learning in den Unterricht einzubauen und zu integrieren, doch oftmals fehlt das richtige Werkzeug dazu. Begibt man sich im Internet auf die Suche nach einem geeigneten Tool, so stößt man rasch an seine Grenzen. Viele Lernmanagementsysteme sind meist zu komplex oder zu zeitaufwendig. Dabei würde man sich doch nichts mehr wünschen, als eine einfache Usability, die auch noch zeitsparend ist.

Ich kann dich beruhigen, es gibt sie! Welche es sind, werde ich dir im folgenden Abschnitt verraten.

Distance learning: Kind im Video-Call mit Lehrerin.
Video-Call mit der Lehrerin: Zur Zeit nichts ungewöhnliches.

Digitaler Kontakt

Als erstes fällt einem wahrscheinlich das klassische E-Mail ein. Es hat sich schon im Vorhinein als gute Austauschmöglichkeit bewahrheitet und dient auch jetzt vielen Kolleg*innen als geeignetes Mittel den Schüler*innen Arbeiten und Pläne zukommen zu lassen. Des Weiteren bieten sich verschiedene Plattformen an um sowohl Kinder als auch Eltern zu versorgen oder mit ihnen in Kontakt zu treten. Und abschließend möchte ich hier noch die bekannten und von den Kindern sehr begehrten Videochats vorstellen. Sie sind gerade in der sozialen Isolation eine gelungene Abwechslung um mit der Außenwelt in Kontakt zu treten und auch zu bleiben.

Wie ich im letzten Abschnitt erwähnt habe, gibt es online Plattformen, wo mit Eltern in Kontakt getreten werden kann. Hier möchte ich näher auf das digitale Elternheft eingehen. Einige von Euch werden es bereits kennen, andere wiederum weniger. “Hallo”, “SchoolUpdate”, und “SchoolFox” sind Anbieter, die digitale Elternhefte anbieten.

“Hallo” ist ein Produkt der “Klassenpinnwand”. Sie werben mit dem Slogan “Genial einfach – ganz einfach genial.” „Hallo” ist ein App die die Klassenpinnwand ergänzt. Wird dieses Kommunikationstool genutzt, ist diese für Lehrpersonen über mobile Apps für iOS und Android aber auch über den Login auf www.klassenpinnwand.at möglich. Vorteil ist, dass eine Weitergabe der privaten Telefonnummer der Lehrkraft ist nicht notwendig!

Doch wie funktioniert das? Die Lehrer*in kann eine Nachricht entweder an die ganze Klasse oder auch an einzelne Eltern senden. Hier macht eine integrierte Übersetzungsfunktion es möglich, dass die Mitteilung direkt von der App übersetzt wird. Werden von der Lehrkraft Nachrichten versendet, wo eine Rückmeldung erforderlich ist, kann eine Lesebestätigung angefordert werden. Eine Listenübersicht ermöglicht der Lehrer*in den Überblick zu bewahren. Auf einen Blick weiß sie, wer die Nachricht wann betätigt hat. Eine erneute Erinnerung kann an Eltern ausgesendet werden.

Doch nicht nur Nachrichten können an Eltern gesandt werden, auch Abstimmungen oder Krankmeldungen können auf diesen Weg gemacht werden.

“SchoolUpdate” ähnelt “Hallo”. Es wieder eine mobile App und aber auch ein Web-Anwendung. Auch hier steht die Kommunikation zwischen Schule, Eltern und Lehrer im Mittelpunkt. Alle Informationen, Termine, Verschiebungen werden auf der App aktualisiert. Eine rasche Information der Eltern ist auch hier möglich. Krankmeldungen sowie eine automatische Übersetzung für Eltern, die Deutsch nicht als Erstsprache haben, ist hier möglich.

Die Bildungseinrichtung, die SchoolUpdate als digitales Tool einsetzen möchten, müssen sich einmalig als Schule registrieren. Es gibt drei Varianten aus denen eine ausgewählt werden kann. Variante FREE ist kostenfrei, STANDARD und PREMIUM sind jedoch kostenpflichtig. Um welchen Umfang es sich dabei handelt, erfährst du ganz genau auf der Webseite des Anbieters.

Ein weiteres, den bereits beschriebenen Anbietern sehr ähnliches Produkt ist SchoolFox. SchoolFox ist wie die beiden anderen Produkte eine App für Smartphones und Computer. Lehrer, Schüler sowie Schulleiter*innen können Dateien, Texte, Bilder teilen. Auch hier steht die Kommunikation im Mittelpunkt. Eine digitale Bestätigung, eine Übersetzungsfunktion, eine Listenführung sowie automatische Erinnerungen sind nur ein paar Funktionen, die ich hier anführe. Diese App bietet keine kostenlose Version an.

Kind im Video-Call mit Lehrerin.
Zur Kommunikation mit Eltern und Schülern stehen eine Vielzahl von Tools zur Verfügung.

(Digitaler) Kontakt zu Schüler*innen

Gerade dann, wenn Social Distancing angesagt ist, kommt nach einiger Zeit der Wunsch auf, sich wieder zu sehen. Schule ist doch mehr als nur ein Ort zum Lernen. Er ist auch ein Ort um Freunde zu treffen und neue Freundschaften zu schließen.

Welche Möglichkeiten es hier gibt, werde ich im nächsten Abschnitt aufzeigen.

Wichtig ist, dass man so viel wie möglich an Bekanntes anknüpft. Hier bietet sich an, insofern man bereits im regulären Schulalltag damit gearbeitet hat, Plattformen einzubeziehen, die den Schüler*innen vertraut sind. Dazu bietet sich zum Beispiel die “Postbox von Antolin” an, aber auch Mail-Funktionen der Learning-Apps. Die “Klassenpinnwand” habe ich eingangs schon einmal erwähnt. “Padlet”, “Seesaw” und “Google Classroom” sind weitere Möglichkeiten um mit den Kindern in Kontakt zu treten. Um mit den Schüler*innen via Video-Chat zu kommunizieren, bieten sich durchwegs “Skype”, “Google Hangout” oder die Videokonferenz bei “Microsoft Teams” an. Möchte man als Lehrer*in nicht mit seinem privaten Account in Kontakt zu seinen Kindern treten, kann hier auf ein zweites Konto, welches angelegt wird, zurückgegriffen werden.

Mit Vorsicht zu genießen ist hierbei “Zoom” und “WhatsApp” anrufe. Bei WhatsApp ist grundsätzlich zu beachten, dass es Verbote von Seite des österreichischen Bildungsministeriums gibt. Zoom ist datenschutztechnisch umstritten. Deswegen raten wir von der Verwendung tendenziell ab.

Wie Ihr seht, gibt es eine große Vielzahl an Angeboten die man im Unterricht anwenden kann. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem großen Ganzen. Ein Tipp von mir, wenn Du im Unterricht schon Learning-Apps verwendest, dann schau nach ob du über diese App in Kontakt treten kannst und nutze dies auch. Denn wenn du schon eine App verwendest und dann zusätzlich noch eine oder sogar zwei weitere Plattformen einsetzt, wird es für Dich schon eine zusätzliche Belastung. Alle Plattformen solltest du up-to-date halten. Des Weiteren kann sich für viele Eltern eine neue Welt auftun und sind in herausfordernden Zeiten, aber auch einfach im Alltag, mit dem Abrufen mehrerer Plattformen überfordert.

Also hier zählt wirklich, suche Dir aus, was für Dich gut passt, was einfach zu bedienen ist und wo auch Du dich hinaussiehst!

Eine wunderbare Ergänzung zum aktuellen Thema ist folgender Artikel Corona: Die Bildungskrise der sozial schwachen Familien.