Unterrichtsplanung was ist das?  

Die Unterrichtsplanung ist elementare Grundlage und somit wesentlicher Bestandteil der Lehrtätigkeit. Bei der Planung der Unterrichtsstunde bzw. Unterrichtseinheit werden elementare Entscheidungen getroffen, die der Lehrkraft Orientierung geben. 

Diese Entscheidungen sind unter anderem: 

  • Eingrenzung und Benennung des Themas.  
  • Anzusteuernde Ziele: Was sollen die Schüler*innen am Ende der Einheit können?  
  • Überlegung und Auswahl einer geeigneten Methode zur Lehrstoffvermittlung.  
  • Einsatz von adäquaten Medien und Materialien, die den Erwerb des Neuen helfen sollen. 

Im nächsten Abschnitt gehen wir auf die perfekte Gliederung deiner Unterrichtsplanung ein. Sie soll dir helfen, dass du keine wesentlichen Punkte vergisst. Sie ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass du einen qualitativ hochwertigen Unterricht halten kannst.  

Wir zeigen dir, wie du deine Unterrichtsplanung perfekt gliederst und so im Unterricht durchstartest!
Wir zeigen dir, wie du deine Unterrichtsplanung perfekt gliederst und so im Unterricht durchstartest!

1. Allgemeine Angaben

Am Anfang einer jeden Unterrichtsplanung steht ein sogenanntes Titelblatt. Darauf muss auf einen Blick erkennbar sein, um welche Schule, Klasse und unterrichtende Lehrkraft es sich handelt. Im weiteren Schritt werden das Unterrichtsthema sowie der Zeitraum, wann die Unterrichtsstunde stattfindet, dokumentiert.  

2. Sachanalyse

Bei der Sachanalyse setzt sich die Lehrkraft mit dem zu unterrichtenden Inhalt intensiv auseinander. Durch die Auseinandersetzung mit der Sache werden bereits vorhandene Sachkenntnisse vertieft oder aber auch neue Kenntnisse dazugewonnen. Diese Kenntnisse sind Voraussetzungen für die nachfolgenden pädagogisch-didaktischen Entscheidungen.   

Die Sachanalyse muss in der Unterrichtsplanung ein (fach-)wissenschaftliches Niveau erreichen.
Die Sachanalyse muss in der Unterrichtsplanung ein (fach-)wissenschaftliches Niveau erreichen.

Wissenschaftliches Niveau

Für die entsprechende Unterrichtsplanung verfasst die Lehrkraft die Sachanalyse auf einem (fach-)wissenschaftlichen Niveau. Denn den Inhalt erschließt sich die/der Lehrer*in selbst und bringt ihn anschließend auf das Niveau seiner/ihrer Schüler*innen. Es ist unbedingt notwendig, dass die Lehrkraft immer mehr weiß, als sie den Kindern im Unterricht vermittelt. 

Mehr Wissen – weil?

Im Laufe der Zeit wird man rasch merken, dass manche Schüler*innen mit dem ihnen vermittelten Unterrichtsstoff mehr als gefordert sind, doch dann gibt es auch noch die, die mehr wissen wollen und nachfragen. Dann ist es wichtig, den Kindern entsprechende Antworten geben zu können. Doch so ehrlich muss man sein, wir sind kein wandelndes Lexikon. Es ist durchaus in Ordnung, Schüler*innen zurückzumelden, wenn man eine Sache nicht weiß. Entweder man holt für sie die fehlende Information ein, oder man sucht sie in der Einheit gemeinsam.  

Bereite deine Unterrichtsplanung gut vor und eigne dir mehr Wissen über eine Sache an, als du im Unterricht vermittelst.
Bereite deine Unterrichtsplanung gut vor und eigne dir mehr Wissen über eine Sache an, als du im Unterricht vermittelst.

Kein Mehraufwand

Die Sachanalyse soll nicht den Eindruck erwecken, dass es nur ein Mehraufwand für die Lehrperson ist. Vielmehr ist ein Zusammentragen und Zusammenfassen von wichtigen Sachinformationen rund um ein Thema. Im Gegensatz zu einem ganzen Stundenbild, welches immer adaptiert werde muss, können Sachanalysen (in der Regel) wiederverwendet werden.  

3. Lernvoraussetzungen

Jede Klasse stellt einem vor neuen Herausforderungen. Insbesondere sind die Lernvoraussetzungen von Klasse zu Klasse unterschiedlich. Folgende individuelle Voraussetzungen müssen unbedingt berücksichtigt werden: 

  • Voraussetzungen der Klasse 
  • familiäre  
  • soziale  
  • kulturelle  
  • sprachliche  
  • motivationale 
  • emotionale 
  • kognitive 
  • psychosomatische und 
  • arbeitstechnische Voraussetzungen 

Dabei ist nicht eine abstrakte Altersgruppe oder Entwicklungsstufe gemeint, sondern die konkrete Klasse.  

Voraussetzungen im Wandel 

Wenn die Lehrkraft die individuellen Voraussetzungen der Kinder nicht in ihrer Unterrichtsplanung berücksichtigt, wird sie rasch an die Grenzen eines qualitativen Unterrichts stoßen. Die Voraussetzungen sind im ständigen Wandel und müssen stets hinterfragt und neu überarbeitet werden. Nur so kann man den Bedürfnissen seiner Schüler*innen gerecht werden und sie so in ihren Lernprozessen optimal unterstützen und begleiten.  

Gehe mit dem Wandel und überarbeite bei jeder Unterrichtsplanung die Lernvoraussetzungen deiner Schüler*innen.
Gehe mit dem Wandel und überarbeite bei jeder Unterrichtsplanung die Lernvoraussetzungen deiner Schüler*innen.

4. Didaktische Analyse 

Bei der didaktischen Analyse geht es darum, die allgemeinen Bildungs- und Erziehungsziele zu definieren.  

Was heißt das genau?

1) Welche gegenwärtige Bedeutung hat die Sache für die Schüler*innen? 

  • Kinder haben bereits Vorwissen. Was könnten sie über dieses Thema bereits wissen? 
  • Welchen Zugang könnten sie in schulischen und außerschulischen Zusammenhängen bereits gehabt haben? 
  • Könnten Vorurteile, eingeschränkte oder falsche Sichtweisen zu der Sache vorhanden sein? 

2) Worin liegt die Bedeutung der Sache für die Zukunft meiner Schüler*innen? 

  • Definition der allgemeinen Einsichten, die gewonnen werden sollen.  
  • Wie gestalte ich die Sache, um den Schüler*innen den Zukunftsbezug bewusst werden zu lassen? 
  • Kann ich den Zukunftsbezug vermitteln? 

3) Ist es möglich, dass ich mit diesem Inhalt allgemeine Gesetze, Grundsätze, Prinzipien exemplarisch erarbeitet werden? 

4) Welchen Stellenwert hat der Inhalt im Lehrplan?  

  • Was ging bereits voraus?  
  • Worauf kann aufgebaut werden? 
  • Was wird noch zu dem Inhalt folgen? 

5) Roter Faden der Stunde: 

  • Welche Aspekte, Strukturen, Elemente und Beziehungen bilden das sachliche und logische Gerüst der Stunde? 
  • Welches Mindestwissen/ Mindestkönnen wird vermittelt und was soll am Ende der Unterrichtseinheit gewusst und beherrscht werden? 
Ein Bildungsinhalt ist mehr als nur eine Sache des Lehrplans, sonst muss die Kinder berühren, für sie begreifbar sein und sie Best möglichst in den Bann ziehen.
Ein Bildungsinhalt ist mehr als nur eine Sache des Lehrplans, sonst muss die Kinder berühren, für sie begreifbar sein und sie Best möglichst in den Bann ziehen.

5. Kompetenzen (Ziele)

Ein wesentlicher Punkt der Unterrichtsplanung ist die Definition von Kompetenzen (Zielen). Nicht nur der Stundeninhalt ist wichtig, sondern auch die Überlegung, was das Kind am Ender der Einheit können/ wissen soll.  

Daher müssen bei der Gestaltung der Unterrichtsplanung folgende Überlegungen angestellt werden: 

  • Definition eines Stundenziels: Die Schüler*innen sollen …. können 
  • Beschreibung der Teilziele: Sind Ziele, mit deren Hilfe das Stundenziel erreicht werden soll.  
  • Jene Zielangaben sollten möglichst konkret als beobachtbare Verhaltensweise erfolgen (welche Kenntnisse, Fertigkeiten etc. sollen die Kinder am Ende der Einheit erworben haben?) 

Stets überprüfbar? 

Einige Kompetenzen werden sich konkret überprüfen lassen, andere wiederum nicht. Es kann auch sein, dass der Unterrichtsverlauf sich verändert und sich die Ziele aus diesem Grund nicht erreichen lassen. Eine Veränderung der Zielrichtung kann vorkommen. Eine nach dem Unterricht durchgeführte Reflexion ist daher unbedingt notwendig. Denn hier lassen sich noch einmal konkret die gesetzten Kompetenzen der Unterrichtsplanung hinterfragen.  

Der Medieneinsatz muss in der Unterrichtsplanung wohl durchdacht und vor allem gut geplant werden.
Der Medieneinsatz muss in der Unterrichtsplanung wohl durchdacht und vor allem gut geplant werden.

6. Verlaufsplanung und methodisches Vorgehen

Bei der Verlaufsplanung wird der Unterrichtsverlauf dokumentiert und dabei die methodischen- und didaktischen Entscheidungen begründet.  

Im Folgenden haben wir einige Punkte zusammengetragen, die bei der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden sollen. Die Liste ist jederzeit durch eigene Gedanken und Erfahrungen ersetzbar.  

Zu berücksichtigen gilt: 

  • Wie möchte ich den geplanten Verlauf gliedern? 
  • Gibt es Gesichtspunkte, die sich für die Gliederung gut anbieten? (Schwierigkeitsgrad, Motivation, Sachlogik, induktives-deduktives Vorgehen?) 
  • Gliederung des Unterrichtsverlaufes in Einstieg – Hauptteil – Ausklang 
  • Wie möchte ich in die Einheit starten? Ein spannender Einstieg kann die Motivation schon enorm steigern und die Schüler*innen gut abholen und eintauchen lassen.  
  • Werden zentrale Fragen- oder Problemstellungen aufgegriffen? Wenn ja, wie? 
  • Wie werden die Fragen- oder Problemstellungen in Arbeitsaufträge gebettet? Können die Schüler*innen diese eigenständig bearbeiten oder brauchen sie oft die Lehrkraft, um diese zu bewältigen? 
  • Medieneinsatz: Welche Medien verwende ich im Unterricht? 
  • Welche Medien machen Sinn/sind angemessen und wann setze ich diese ein? 
  • Sozialform: Welche Sozialformen wende ich im Unterricht an? Wechsel ich die Sozialformen und wenn ja, wann?  
  • Aus welchen methodisch-didaktischen Gründen habe ich mich für die Vorgehensweise entschieden? Gibt es vielleicht methodisch-didaktische Alternativen, die ich berücksichtigen und einsetzen sollte? 
  • Differenzierung: Das A und O eines guten Unterrichts! Wie kann ich differenzieren? Welche Formen der Differenzierung sind notwendig oder sinnvoll? 
  • Wie können die Lernchancen der Schüler*innen gewahrt werden?  
  • Wann sind die Kinder aktiv?  
  • Konkrete Handlungsmöglichkeiten müssen auf jeden Fall eingebaut werden. Aber wann und wie biete ich diese meinen Schüler*innen an? 
  • Es bedarf möglicherweise an Lern-Vermittlungshilfen. Welche kommen hierbei infrage und welche kann ich einsetzen? Wann muss ich diese vorbereiten? 
  • Erfolgs-Selbstkontrolle: Kann ich eine Erfolgs-Selbstkontrolle einbauen und wenn ja, wie gestalte ich diese effektiv? 
  • Bezieht sich die Erfolgskontrolle auf die gesetzten Kompetenzen? 
  • Wie gestalte ich die Ergebnissicherung? Welche Möglichkeiten biete ich den Schüler*innen an, um den erarbeiteten Inhalt effektiv abzuspeichern? 
  • Ausklang der Einheit: Welche Möglichkeiten bieten sich an, um die Unterrichtsstunde ausklingen zu lassen?   
Der Unterrichtsplanung muss der Unterrichtsverlauf wohl durchdacht werden. Abwechslung und zahlreiche Handlungsmöglichkeiten sollen das Lernen einfacher machen.
Der Unterrichtsplanung muss der Unterrichtsverlauf wohl durchdacht werden. Abwechslung und zahlreiche Handlungsmöglichkeiten sollen das Lernen einfacher machen.

7. Reflexion

Am Ende einer Unterrichtseinheit ist die Arbeit noch nicht zu Ende. Wesentlich ist es jetzt, dass du dir noch Zeit nimmst und deinen Unterricht und deine Unterrichtsplanung kritisch hinterfragst. Am Beginn einer jeden Reflexion ist es wichtig, dass du dir Gedanken darüber machst, was gut gelaufen ist. Im Anschluss sollten aber vor allem auch all jene Bereiche kritisch beleuchtet werden, welche nicht ganz so gut gelungen sind. Hierbei kann es sein, dass die Lernvoraussetzungen nicht gut genug mit dem zu erarbeiteten Inhalt abgestimmt wurden.  

Dies kann dazu führen, dass Schüler*innen: 

  • über- oder unterfordert waren 
  • wenig Möglichkeiten hatten, den neuen Inhalt du begreifen und zu verinnerlichen 
  • der Lehrstoff wurde zu ungenau erklärt und den Schüler*innen zu wenig anschaulich dargeboten 
  • äußere Einflussfaktoren (Schneefall, ein vorbeifahrendes Feuerwehrauto oder ein Herbststurm, der die Blätter aufwirbelt) die Unterrichtseinheit in eine andere Richtung gelenkt haben. 

Wichtig ist bei der Reflexion der Unterrichtsplanung/Unterrichtseinheit, dass diese dich weiterbringen und du sie als Chance sehen solltest. 

Hast du noch Ideen und Tipps, welche auf keinen Fall in der Unterrichtsplanung fehlen dürfen? Dann schreib uns doch!  Mehr zum Thema findest du in unserem Artikel zu den häufigsten Fragen zur Unterrichtsplanung. 

Schau im Artikel Die wichtigsten Fragen zur Unterrichtsplanung vorbei und hole dir neue Inputs rund um die Unterrichtsplanung!