“In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist” – wem ist dieses Sprichwort nicht geläufig? Es enthält mehr als nur einen Funken Wahrheit. In diesem Blogartikel möchten wir dir gerne eine Möglichkeit zeigen, wie du für deine Schüler*innen im stressigen Schulalltag ein bisschen Entspannung integrieren kannst. Denn ein paar wenige Minuten lassen sich vielleicht doch mal für einen guten Zweck abzweigen. 

Abgesehen von der sprichwörtlichen Gesundheit (Abwesenheit von Krankheit) gehört was zu einem gesunden Körper? Natürlich können wir von einem guten Start in den Tag sprechen, indem wir gut und ausgewogen Frühstücken, für den Schultag eine gesunde Jause einpacken und im Klassenzimmer für ausreichend Frischluft sorgen. Ein gutes Klassenklima trägt auch einen wesentlichen Beitrag dazu bei, wie es mir im Schulalltag geht, doch im nächsten Abschnitt möchte ich dir meine Entspannungsbox vorstellen.  

Bewusst abtauchen um neue Kraft zu tanken, das gelingt auch im Schulalltag!
Bewusst abtauchen um neue Kraft zu tanken, das gelingt auch im Schulalltag!

Passt das zusammen – Schule und Entspannung?

Damit die Schüler*innen optimale schulische Leistungen erbringen können, braucht es ein angemessenes Aktivierungsniveau. Hierbei werden die Schüler*innen weder über- noch unterfordert. Lernen hat viele Facetten, es kann spannend, aufregend, langweilig, interessant, lustig, anstrengend, motivierend und manchmal leider auch frustrierend sein. Umso wichtiger ist es, dass hier immer wieder ein Wechselspiel von An- und Entspannung im Unterrichtsverlauf gibt. Durch vielfältige Methoden- und Sozialformwechsel kommt es zu einer abwechslungsreichen Unterrichtsgestaltung. Umso wichtiger ist es, dass du hier als Lehrperson nicht immer das gleiche machst, sondern aus dem Vollen schöpfst und so eine gelungene Abwechslung hineinbringst.  

Im Unterricht kannst du zwischendurch immer wieder bewusste Wechsel zwischen An- und Entspannung integrieren, wie zum Beispiel Massagegeschichten (Pizza backen, Regenwettergeschichte etc.), progressive Muskelentspannungsübungen, Meditationen, Fantasiereisen, Yoga- oder Atemübungen.  

Bewusster Wechsel zwischen An- und Entspannung sind wichtig.
Bewusster Wechsel zwischen An- und Entspannung sind wichtig.

Entspannung in der Freiarbeit

Im Klassenzimmer finden die Schüler*innen Materialien, die sie zum Entspannen einladen. Auch in Zeiten einer Pandemie kann so eine Box Corona-Konform gestaltet werden. Ein Desinfektionsspray und ein tägliches Hygienebad der Materialien schafft effektive Hilfe. Wo ein Wille, da ein Weg. 😊 

Da wir im Unterricht viele Freiarbeitsphasen beziehungsweise Planarbeiten haben, gibt es genügend Freiraum für die Schüler*innen, um sich Zeit für eine Entspannung zu nehmen. Ziel ist es, dass die Schüler*innen bewusst ihren Körper wahrnehmen lernen und in freien Zeiten die Möglichkeit zum Rückzug und zur Entspannung haben. Um den Rückzug und die Entspannung bewusst wahrzunehmen, gibt es eine kleine Leseecke im Klassenzimmer. Pandemiebedingt ist diese geschlossen. Hier haben die Schüler*innen ihr eigenes Kissen am Platz und wenn sie Bedarf haben, holen sie sich dieses heraus und machen es sich am Platz gemütlich. Zusätzlich gibt es, wie eingangs erwähnt, eine Entspannungsbox.  

Manchmal tut ein Perspektivenwechsel und Abstand zum Lernen ganz gut.
Manchmal tut ein Perspektivenwechsel und Abstand zum Lernen ganz gut.

Inhalt der Box

Diese enthält: 

  • Massagebälle (Igelbälle),  
  • Kopfmassagegeräte,  
  • MIR-TUT’S-WOHL,  
  • Unterschiedliche Tücher (aktuell nicht),  
  • Pinsel,  
  • Malerrollen,  
  • Weiche/harte Bälle,  
  • Stressbälle,  
  • Taktile Scheiben und Fuß-Steine-Sets an.  

Den Körper spüren

Je nach Jahreszeit biete ich den Schüler*innen zusätzlich eine Wanne mit Kastanien, Linsen, Kichererbsen, Therapie Bohnen, Murmeln etc. an. Abhängig von der Füllung (z.B. Kastanien, Therapie Bohnen) können sich dich Schüler*innen darin baden. Meine Erfahrung zeigt mir, dass die Schüler*innen zunehmend diese körperlich sinnlichen Erfahrungen suchen und diese wahnsinnig gerne in Anspruch nehmen. Auch Schüler*innen der dritten und vierten Klasse Grundschule/ Volksschule suchen diese Form der Entspannung.  

Unterschiedlichste Materialien regen die Körperwahrnehmung an.
Unterschiedlichste Materialien regen die Körperwahrnehmung an.

Ablauf

Wenn die Schüler*innen an ihrem Plan arbeiten, haben sie immer wieder die Möglichkeit, frei zu entscheiden, wann und ob sie eine Entspannung brauchen. Ich hatte auch schon Klassen, da klappte das mit der freien Zeiteinteilung nicht. Hier vereinbarten wir, dass sich die Schüler*innen eine Sanduhr/ Eieruhr als Unterstützung nahmen. Ein fixer Timeslot erleichterte diesen Kindern die Zeiteinteilung sehr. Du kennst deine Schüler*innen am besten, daher macht es Sinn, sich vorweg Gedanken zu machen, wie du diese Entspannungszeiten am besten im Alltag integrierst.  

Meist schließen sich die Schülerinnen und Schüler zu Paaren zusammen und massieren sich gegenseitig. Dies kann in der Leseecke, auf dem Sitzkreisteppich oder auch am Sitzplatz passieren. Viele Kinder nutzen dieses Angebot gerne und regelmäßig. Ansonsten entspannt jedes Kind nach seinem Bedürfnis und auch alleine.  

Ziel ist es kurz zu entspannen und neue Energie zu tanken. 
Ziel ist es kurz zu entspannen und neue Energie zu tanken. 

Ziel dieser Phasen ist es nicht nur kurz zu entspannen und neue Energie zu tanken, sondern es soll ihnen ermöglicht werden, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen. Hinzuspüren und wahrzunehmen, wann eine Pause notwendig ist. Das Lernen fällt nach diesen kurzen Entspannungsphasen oftmals wieder leichter, der Kopf ist frei für neue Aufgaben, der Körper kann sich ein wenig erholen, es ist wieder mehr Platz für neue Ideen vorhanden und manchmal werden die Gedanken wieder klarer.  

Im Schulalltag gibt es viele vorgegebene Rahmenbedingungen an die wir uns unweigerlich halten müssen. Auf den ersten Blick gibt es wenig Raum für Erholung und Entspannung. Nichtsdestotrotz sollten wir unseren Schützlingen die Möglichkeit geben genügend Freiraum zu haben, wo sie sich neben all den Anspannungen auch einmal entspannen können. Nicht nur wir Erwachsene, sondern auch die Schüler*innen brauchen dies. Geben wir ihnen die Möglichkeit, denn die Schüler*innen können oft sehr gut selbst entscheiden, was ihnen im Moment guttun würde. Dazu muss man ihnen aber Möglichkeiten und Freiräume gewähren. 

Hast auch du Erfahrungen damit gemacht oder noch Ideen und Anregungen? Dann schreib uns doch im Kommentar! 

Wenn du auf der Suche nach neuen Inspirationen für deinen Unterricht bist, dann schau hier vorbei Methodenvielfalt im Unterricht – so wird dein Unterricht ein Renner.