Einfache 5 Tipps sollen dir helfen, dass du im Alltag nicht ganz auf dich vergisst und deine Kraftreserven regelmäßig wieder gefüllt werden. Wie dir das gelingen kann, zeigen wir dir in unserem Blogbeitrag.

“Bleib g’sund!” Dieser Satz wurde oft als Nebensatz noch schnell hinten angehängt und war mehr eine Floskel. Doch seit dem die Covid-19-Pandemie uns in Schach hält, hat dieser Satz eine ganz andere Bedeutung bekommen. 

Es gibt viele Berufe, die gerade in Pandemiezeiten besonders an ihre Grenzen kommen, doch wie geht es eigentlich uns Lehrer*innen damit? 

Wenn die Mehrfachbelastung dich an deine Grenzen bringt, heißt es handeln!  
Wenn die Mehrfachbelastung dich an deine Grenzen bringt, heißt es handeln!  

 

Herausfordernde Zeiten

Wer nicht in der Haut einer Lehrperson steckt, mag es sich möglicherweise nicht so vorstellen können. Nicht selten kommt eine bissige Bemerkung über die Lippen jener, die nicht annähernd wissen, was wir tagtäglich in Pandemiezeiten leisten.  

Mit dem Beginn der Pandemie im März 2020 brachen neue und vor allem sehr herausfordernde Zeiten für Lehrer*innen an. Der erste Lockdown, geschlossene Schulen, Kontakteinschränkungen und veränderte Hygienemaßnahmen, welche wir so nicht kannten, haben die konventionellen Rahmenbedingungen für den Unterricht durcheinandergewirbelt. Von einem Tag auf den anderen war neben einem starken Nervenkostüm auch noch ein stabiles Internet von Nöten.  

Mehr an Belastung

Ob von zu Hause oder von der Schule aus musste ein guter Unterricht auf die Beine gestellt werden. Dies bedeutete für die Lehrer*innen in erster Linie: mehr Belastung. Eine Belastung, die stark an den Kräften zerrt. In wenigen Stunden musste ein digitaler Kommunikationsweg auf die Beine gestellt werden. Ein Kommunikationsweg musste her, welcher für alle Beteiligten leicht bedienbar war und mit dem der Kontakt aufrechterhalten werden konnte. Doch neben dem Kontakt zu deinen Schüler*innen, Eltern und Kolleg*innen darfst du nicht den eigenen Kontakt zu dir vergessen! 

Im folgenden Abschnitt haben wir dir ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt, wie du dich neben all den Belastungen ein wenig entspannen kannst, um Kraft und Energie zu tanken.  

5 Tipps di du leicht im Alltag integrieren kannst. Finde (d)einen Weg, wie du neue Kraft tanken kannst.
Finde (d)einen Weg, wie du neue Kraft tanken kannst.

1. Eigene Ansprüche

Leichter gesagt als getan: “Schraube deine eigenen Ansprüche herunter.” Wenn du den Anspruch an dich hast, dass du in Zeiten einer globalen Krise besonders kreativ, produktiv und einfallsreich sein musst, dann solltest du dies genauer unter die Lupe nehmen. Es ist unmöglich, dass man jeden Tag die tollsten, kreativsten und produktivsten Arbeiten liefern kann. Nach so einem anstrengenden Jahr, in dem wir tagtäglich neuen Bestimmungen gerecht werden müssen, dürfen sich Verunsicherung und Erschöpfung zeigen. Es darf auch sein, dass man nicht die tollste und kreativste Unterrichtseinheit online abhält.  

Ansprüche an die Kinder

Schraube deine Ansprüche herunter. Auch deinen Schüler*innen gegenüber musst du fair bleiben. Auch für sie ist das sehr herausfordernd und nagt an deren Kräften. Nutze die Zeit, die manchmal bleibt und tausche dich mit deinen Schüler*innen darüber aus, wie es ihnen mit der Situation geht. Gerne kann man auch ansprechen, was gerade von deiner Seite als besonders schwierig empfunden wird, doch pass auf, dass es nicht in reinem Frust endet. Es gibt viele Punkte, die wir nicht kurzfristig verändern und verbessern können.  

Schraube die Ansprüche an dich und die Ansprüche an deine Schüler*innen herunter.
Schraube die Ansprüche an dich und die Ansprüche an deine Schüler*innen herunter.

2. Verständnis

Verständnis ist wichtig, sowohl den Kindern als auch den Eltern gegenüber. Dennoch musst du Eltern als auch Schüler*innen klare Grenzen setzen. Auch in Zeiten einer Pandemie bedarf es an Grenzen und Richtlinien, an welche sich alle Beteiligten halten müssen. Die Eltern sind oftmals mehrfach belastet. Seien es berufliche Unsicherheiten, Schwierigkeiten des Distance Learnings oder familiäre Spannungen. Diese Mehrfachbelastung führt oft dazu, dass auf der Suche nach schnellen Lösungen und einem Sündenbock über das Ziel hinausgeschossen wird. Es ist gut, wenn du dir darüber im Klaren bist, aber behalte deinen eigenen Standpunkt stets im Fokus.  

Vergiss dich nicht!
Vergiss dich nicht!

3. (Un)Sicherheit

Nicht selten höre ich im Kollegium den Wunsch, einen normalen Unterricht führen zu können. Ohne Masken, ohne massive Einschränkungen und anderen Vorgaben. Doch es ist unklar, wie lange wir noch von dieser veränderten Unterrichtsform betroffen sind. Wir sind abhängig von Entscheidungen von außen, welche wir nicht ändern können. Neben all den Unsicherheiten stellt sich viel mehr die Frage, was gibt mir Sicherheit? Einfach umsetzbare Rituale, welche du täglich in deinen Alltag integrieren kannst, können wahre Wunder bewirken.

Überlege dir und mache dir eine kleine Liste mit Aktivitäten, welche du gerne machst und welche du auch in Pandemiezeiten gut umsetzen kannst. Dies kann eine Entspannungsübung, ein Spaziergang am Nachmittag, eine Stunde lesen, malen, musizieren oder das Trinken einer guten Tasse Tee sein. Etabliere neue Rituale in deinem Alltag, die dir guttun. Nimm dir die Zeit in diese anstrengenden Zeiten und gönne dir die Zeit zum Durchatmen und Entspannen. Kleine Auszeiten fördern Konzentration und Leistungsfähigkeit. 

Nicht alles hat sich zum Negativen verändert. Vielmehr geht es darum, die positiven Dinge zu betrachten und auch zu benennen. 

Nimm dir eine Auszeit und schaffe Rituale in deinem Alltag.
Nimm dir eine Auszeit und schaffe Rituale in deinem Alltag.

4. Entspannungsübungen

Neben veränderten Präsenzunterricht, Schichtbetrieb oder Distance Learning kommt ein zusätzliches Arbeitspensum hinzu. Für viele von uns bedeutet das, dass wir länger als üblich an den Schreibtisch gebunden sind. Autogenes Training, Atemtechniken, Mediation, progressive Muskelentspannungen, Yoga oder Dehnungsübungen können hier die nötige Entspannung bringen. Im Internet oder in der App Suche (z.B.Play Store bei Android Geräten) findest du tolle angeleitete Übungen, welche sich in wenigen Minuten wunderbar umsetzen lassen.   

Entspannungsübungen im Alltag helfen dir deine Energiereserven aufzutanken.
Entspannungsübungen im Alltag helfen dir deine Energiereserven aufzutanken.

5. Austausch

Ein Austausch mit Freund*innen oder mit Kolleg*innen kann wahre Wunder bewirken. Doch manchmal ist das nicht möglich oder man möchte nicht mit jeden über alles sprechen, dann würde es sich anbieten, dass du deine Gedanken niederschreibst. Sobald du deine Gedanken verschriftlichst oder in einem Gespräch verbalisierst, bekommt es eine klarere Form. Manchmal hilft es schon, wenn du ein ausgesprochen oder eben niedergeschrieben hast. Nicht selten tun sich bei dieser Bearbeitung konkrete Lösungswege auf.

Probiere ein paar Tage hintereinander vor dem schlafen gehen, einen Tagesrückblick zu machen. Gerne kannst du aufschreiben, was lief an dem Tag gut, was hat dich belastet oder aufgewühlt. Achte darauf, dass auch positive Punkte aufgeschrieben werden. Nach einigen Tagen kannst du ja nachsehen, ob dir diese Methode Entspannung bringt. Nicht jede Methode muss für jeden passen.  

Wie eingangs beschrieben wurde, kann auch der kollegiale Austausch sehr hilfreich sein. Suche dir eine Kolleg*in, mit der du gut zusammenarbeiten kannst. Tausche dich regelmäßig aus und besprecht eure Erfahrungen im Präsenz- und Fernunterricht. Gegenseitig könnt ihr hier wunderbar Tipps und Ideen austauschen. Auch in Zeiten von Corona lassen sich Rahmenbedingungen schaffen, in welchen ihr entspannt euch austauschen könnt. Dies kann ein gemeinsamer Kaffee sein, ein Telefonat oder ein online Meeting im Kollegium, welches nebenbei noch deine Online-Skills trainiert. Bei aller Sehnsucht nach Normalität erleben Sie so auch immer wieder Situationen, in denen Sie etwas Neues dazulernen. 

Wie geht es dir in Zeiten der Corona-Pandemie mit der Mehrfachbelastung? Findest du auch ausreichend Zeit, um deine Akkus wieder aufzuladen? Schreib uns im Kommentar, wie du damit umgehst, wir sind sehr gespannt!  

Willst du noch mehr Rund um das Thema wissen? Dann schau hier Lehrergesundheit – das macht uns krank! vorbei und hole dir wertvolle Anregungen wie du gesund bleibst und den Alltag gut meisterst!